Gundula Thors: Rezensionen

Rembrandt sehen und sterben
Kriminalroman
von Gundula Thors

Rezension bezieht sich auf: Rembrandt sehen und sterben: Kriminalroman (Broschiert)

Museen, so denkt man, sind ja ziemlich langweilig. Und erst recht, wenn es um alte Meister geht! Doch dieses gepflegte Vorurteil können wir getrost vergessen, wenn wir den Krimi "Rembrandt sehen und sterben" von Gundula Thors zur Hand nehmen. Die Autorin führt uns in die Welt der gehobenen Kunst ein, zeigt uns die - bisweilen schrägen - Charaktere und deren Leidenschaften. Die Hauptfigur ist eine Hamburger Kunsthistorikerin, die durch einen Todesfall in ihrem Freundeskreis eine Stelle im Schweriner Kunstmuseum bekommt. Dort soll sie eine Kuratorin unterstützen, eine Duchamp-Ausstellung auf die Beine zu stellen. Doch der eigentliche Schatz in Schwerin ist eine Sammlung von vermeintlich sehr wertvollen Rembrandt-Bildern. Und so ist der Konflikt der handelnden Figuren um die Auseinandersetzung zwischen Moderne und Alten Meistern vorgeprägt. Und so erfahren wir quasi nebenbei einiges über Duchamp und noch mehr über die Echtheit der Rembrandt-Bilder in Schwerin. Diesen Strang der Geschichte hat sich Thors nicht aus den Fingern gesogen, sondern er ist aus dem realen Kunstbetrieb genommen. Der Mord und Totschlag drumherum ist - so hoffe ich - gut erfunden und liest sich recht unterhaltsam. Wer immer schon mal in die Hinterzimmer der Kunstwelt schauen wollte, wird hier gut bedient.

5.0 von 5 Sternen Spannender Kunstkrimi zum Rembrandt-Jahr, 30. März 2015

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Rezension bezieht sich auf: Rembrandt sehen und sterben: Kriminalroman (Broschiert)

Kann eine Kunsthistorikerin Kriminalfälle lösen? Auf alle Fälle! Bei Gundula Thors, die selbst Kunstgeschichte studiert hat, wird Syelle Lessing zum zweiten Mal nach "Köhlbrand sehen und sterben" in einen ominösen Fall verwickelt. War der tödliche Unfall oder Selbstmord ihrer Freundin Nina, die die begehrte Stelle im Schweriner Museum bekommen sollte, welche jetzt Syelle bekommt, tatsächlich einer? Und was hat ihr Tod mit dem Verschwinden der Praktikantin im Schloss zu tun? Intrigen und Betrug beherrschen die Szene; Kunstexperten bekriegen sich, Welt- und Kunstanschauungen prallen aufeinander. Zu allem Überfluss tauchen in Schwerin auch noch die weltweit gefürchteten Vertreter des Rembrandt Art Projects auf, die bei den sogenannten Zu- und Abschreibungen der Rembrandtwerke eine ungute Rolle spielen, also bei der Beurteilung der Gemälde als Original Rembrandt oder "nur" Rembrandt-Schule - ein Unterschied, der schnell Millionen Euro oder Dollar ausmachen kann. Zusätzlich belastet Syelle der Konflikt mit ihrem geliebten Claas, der unbedingt möchte, dass sie zu ihm und seinem Vater in die großbürgerliche Villa zieht. Ärger also an allen Fronten für Syelle. Gundula Thors erzählt spannend und mit dem für das Thema nötigen Kunst-Sachverstand aus der Museumsszene, leuchtet die Marotten und Eitelkeiten der Beteiligten aus und führt mit Logik und Verve zur Lösung des Falles. Wer diesen Krimi liest, wird anschließend sowohl Alte Meister als auch moderne Kunst und vor allem den Kunstbetrieb mit neuen Augen betrachten. Spannende Unterhaltung mit unaufdringlichem Weiterbildungs-Effekt für Leser, die von einem Krimi mehr erwarten als Leichen, Mörder und Kommissare.

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Gundula Thors
Köhlbrand sehen und sterben
Hamburg-Krimi
ISBN 978-3-939689-61-4
ca 256 Seiten; 9,90 Euro
Leda-Verlag, Neuerscheinung Herbst 2010

Die Kunsthistorikerin Syelle Lessing ist alarmiert: Schon wieder ein Kunstraub in Hamburg. Wertvolle Gemälde sind in ihrer direkten Nachbarschaft in Eppendorf gestohlen worden. Gleichzeitig wird ein Nachbar tot aufgefunden. Handelt es sich um den Mord an einem Zeugen? Gegen den Rat ihrer Freundin Marlou lässt sie sich in die Aufklärung der Fälle hineinziehen und stößt auf immer neue Fragen: Wer steckt hinter den Kunstdiebstählen? Handelt es sich um Artnapping oder um Auftragsdiebstähle für Sammler? Vor allem: Wie konnten Ölgemälde berühmter Künstler aus Wohnungen gestohlen werden, in denen die Bilder nie gewesen sein können? Warum hat sich eine Kollegin in der Hamburger Kunsthalle erhängt? War es wirklich Selbstmord? Ist es Zufall, dass Syelle in einen Autounfall verwickelt wird, bei dem der Direktor der Kunsthalle ums Leben kommt? Eines ist sicher: Jemand hat eine Menge gegen ihre Einmischung…


Rezensionen
"Köhlbrand sehen und sterben" von Gundula Thors ist ein 'Hamburg-Krimi' und kommt leicht und spritzig wie ein Dienstagabendkrimi in der ARD daher.
Kunstdiebstähle halten Hamburg in Atem und vor allem Hamburg-Eppendorf. Wer wie ich, als Berlinerin, den Stadtteil nicht so gut kennt, dem passiert es schon einmal, dass er anfänglich zwischen den springenden Gedanken der Hauptfigur — der Kunsthistorikerin Syelle Lessing — der Eppendorfer Szene und den Bildwerken der Hamburger Kunsthalle kurzzeitig verloren geht. Aber dann kehrt sich dieser Zustand schnell um und eben wie bei den guten Dienstagabend-Krimis blickt der Leser schneller durch das Geflecht, als die Kunsthistorikerin, die dem Fall auf der Spur ist. [...]

Das etwas abrupte Ende des Romans wirkt wie ein gedanklicher Freiraum, in dem sich der Leser weiter mit den Themen und Personen beschäftigt. Und mit dem Happyend oder vielmehr mehreren davon und ganz ehrlich, man würde dem "bösen" Versicherungsmann schon wünschen, dass ihm das Handwerk gelegt wird, aber der darf zum Schluss noch mal richtig drohen.

Susanne Börkey auf kulturport.de


Die Kunsthistorikern Syelle lebt im gutbürgerlichen Hamburger Stadtteil Eppendorf. Wie viele Geisteswissenschaftler heutzutage schlägt sie sich mehr schlecht als recht durch, immer auf der Suche nach einigermaßen akzeptablen Aufträgen. Ihre Freundin Marlou ist dabei eine ebenso pragmatische wie loyale Unterstützung. Emotionale Stärke zieht sie wie viele Großstadtsingles auch aus der Beziehung zu ihrem Hund, der geliebten Adele. Syelles überwiegend behagliches, leidlich komfortables Leben kommt in Gefahr, als in ihrer Nachbarschaft eingebrochen wird und ein Mann bewusstlos in einen Rettungswagen verfrachtet wird. In der Hamburger Kunstszene der Galerien, Sammler und Kunstbesitzern herrscht Aufruhr, weil immer häufiger eingebrochen wird und wertvolle Gemälde gestohlen werden. Syelle wird eher zufällig in diese Kunstraube bzw. Diebstähle hineingezogen. Jetzt wird ihr Leben aufregend, denn sie betätigt sich als Detektivin. Wer sind die Kunstdiebe? Und was passiert mit den Gemälden? Welche Rolle spielen ihr Schwarm, ein undurchsichtiger Polizist, ein unsympathischer Versicherungsagent und ein alter Maler? Wem kann sie überhaupt noch trauen? Gundula Thors hat verschiedene Settings und Handlungsstränge verbunden und schildert unterhaltsam ein Milieu, das sicherlich nicht nur für Hamburger spannend zu lesen ist. Die Figuren sind mit Empathie und Menschenkenntnis gezeichnet, der gesamte Plot verrät die Kunstmarkt-Insiderin. Der Leser erfährt auf unterhaltsame Art viele Details zur Kunstgeschichte und über kriminelle Machenschaften im Kunstbetrieb wie Fälschungen und Art-Napping. Angenehm ist, dass der Krimi viel Spannung bietet, ohne allzu brutal und blutrünstig zu sein. Der Stil des Buchs ist locker, es kann leicht und zügig weggelesen werden. Das ist eine angenehme Abwechslung zu den aktuell offensichtlich äußerst beliebten Krimi-Riesenschwarten. Fazit: Gelungene, spannende Unterhaltung, nicht nur für Hamburg- oder Kunstfans.

A. Hessler


Gestohlene Gemälde, eine Kunsthistorikerin mit einer ausufernden Phantasie, eine junge Liebe und der schöne Hamburger Stadtteil Eppendorf — das sind die Zutaten zu dem unterhaltsamen Kriminalroman von Gundula Thors.
Als in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft wertvolle Bilder gestohlen werden, ist die Kunsthistorikerin Syelle Lessing alarmiert und ihr kriminalistischer Spürsinn ist geweckt. Handelt es sich hier um den Auftragsdiebstahl eines Sammlers oder um Artnapping, bei dem die Kunstwerke gegen ein Lösegeld zurückgegeben werden? Warum kam der Direktor der Kunsthalle ums Leben? Warum erhängte sich eine Kollegin? Was hat der dubiose Versicherungsmann mit den Diebstählen zu tun? Und kann sie dem ermittelnden Polizisten trauen? Mit Hilfe ihrer besten Freundin Marlou und ihrer quirligen Hündin Adele versucht Syelle, den rätselhaften Fall zu lösen. Dadurch gerät sie selbst in Gefahr. Mit bedrohlichen anonymen Anrufen versucht jemand, sie von den Recherchen in diesem Fall abzubringen, und auch um ihre kleine Adele muss sie sich ernsthafte Sorgen machen. Doch Syelle lässt sich nicht einschüchtern. Ganz nebenbei verliebt sie sich auch noch Hals über Kopf in einen attraktiven und dabei geheimnisvollen Mann, der in den Fall verstrickt zu sein scheint, dies stürzt sie in ein Wechselbad schöner und gleichzeitig verstörender Gefühle. Die sich überstürzenden und beängstigenden Ereignisse bringen Schwung in ihr bislang ruhiges Leben und wecken ungeahnten Mut.
Syelle gewährt den Lesern Einblick in ihre sehr privaten Gedanken und Gefühle, denn die Geschichte liest sich fast wie ein Tagebuch. Dabei kommt man der Heldin so nah, als sei sie eine gute Freundin, der man nur Gutes wünscht. Sie nimmt die Leser mit in ihren geliebten Stadtteil, in die Kunsthalle und das Phonetikinstitut, in dem ihre Freundin Marlou exotische Dialekte erforscht. Ganz nebenbei wird auch noch Wissenswertes über diverse Künstler vermittelt. Und das so leicht und unkompliziert, dass man das Buch erst zur Seite legen kann, wenn man die letzte Seiten gelesen hat. So kommt jeder, der gern Krimis liest, sich ein wenig für Kunst interessiert und dabei Freude an ungewöhnlichen Formulierungen und Wortneuschöpfungen hat, mit diesem Buch voll auf seine Kosten.

S. Fürstenau


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